Biberinformationsveranstaltung

 

Der NABU Landesverband Thüringen hatte am 25.03.2015 zu einer Informationsveranstaltung nach Rudolstadt eingeladen.

Anlass war die Ausbreitung des Bibers im Raum Thüringen, ca. 17 – 20 Reviere an der Saale verstärkt seit 2012,

 weiterhin Bad Kösen, Naumburg und Weißenfels an Werra, Ilm, Orla, Wisenta sowie noch andere Reviere. Der NABU wollte durch Aufklärung dazu beitragen, dass wie das Nebeneinander von Mensch und Biber Konfliktarm gestaltet werden kann.

Als reiner Vegetarier ist er für unsre Kulturlandschaft mit Gewässernähe bestens geeignet. Er schafft sich eigene Reviere, und ist ganzjährig aktiv. Er frisst Feldfrüchte, Gräser, Obst im Herbst und Winter  bevorzugt Rinde, Zweige von Weichhölzern, schreckt auch nicht vor Obstbäumen zurück.                                                                                        

Da er geschützt ist, (Rote Liste  stark gefährdet) und nicht bejagt werden darf, wird er sich langsam aber stetig weiter ausbreiten.

Durch seine Größe von maximal 100 cm (Schwanz plus 35 cm) und hohe Mobilität (er kann 2 – 5 km außerhalb des Wassers laufen), suchen sich vorrangig aus dem Elternbau vertriebene Jungtiere neue Reviere.                                     Nutria (Biberratte) und Biber sind keine Nahrungskonkurrenten nutzen auch den gleichen Lebensraum.

Ist der Biber nun unser geduldeter Freund, haben wir Möglichkeiten einer „friedvollen Kooperation“ oder wie sollen sich Bürger und auch wir als Angler verhalten?

Der NABU wurde in den vergangenen Jahren von allen vom Biber „heimgesuchten“ Bürgern, Gartenbesitzern, Bauern und auch Anglern um Rat gebeten.

Wie soll man seinem Tun als anscheinend unbelehrbarer Baumfäller, Dammbauer und Gewässerregulierer begegnen? Es gibt viele Möglichkeiten, welche aber nicht alle umgesetzt werden können. Ein Schwerpunkt ist der finanzielle Aufwand und wer trägt ihn. Schutzmaßnahmen können Landschafts-,Städte-, Flussansichten verschandeln, aber bieten auch die Möglichkeit wertvolle Obstbäume usw. effektiv zu schützen. Wasserwirtschaftliche Vorgaben

 

(Hochwasserschutz etc.) und andere gesetzliche Vorgaben sind nicht unbedingt kompatibel.

 

Interessant waren für uns Angler folgende Ausführungen: 

Wenn der Biber Futter hat, fällt er keine Bäume.  In einer Fallstudie (noch nicht komplett) wurden gefällte Bäume im Fluss verankert. Ergebnis der Untersuchung war ein, dass der Biber den Baum (Rinde und Bast) weiterhin als Futter nutzen konnte. Im Umfeld des Baumgeästes  sich eine gute Aquafauna entwickelt.                                                                

Wir als Angler sollten die Entwicklung mit Beobachtungen unterstützen und die Biberreviere nicht mutwillig stören, sondern schützen.

Zusammenfassend möchten wir Teilnehmer

(Hartmut Martin, Horst Schenk, Friedrich Bethke) sagen, haben wir in dieser Veranstaltung einiges gelernt und möchten das Gehörte im Rahmen unser Möglichkeiten umsetzen.
Es war ein Miteinander der Naturfreunde, NABU und Anglerinteressen zu spüren.

Dabei wurde nicht geschulmeistert, sondern sachkundig über die Stärken und aber auch Schwächen des Managements Biber informiert.Die Vortragenden Dr. Siegfried Klaus und Marcus Orlamünder haben das Projekt „Bibermanagement in Thüringen“ gut präsentiert.

                                     

Quellenangabe: 

 Gedächtnisnotizen der Veranstaltung;

Infos aus Naturschutz in Thüringen 1/14 NABU

Infos aus NABU „Steckbrief Biberfreundliche Gewässergestaltung“

Bilder F.Bethke, S. Klaus und NABU Thüringen

 

 

F. Bethke                                                                                                                                                         Saalfeld 09.04.2015